Internationale Suchmaschinenoptimierung: So sind Sie in den wichtigen Exportmärkten auffindbar!

Viele unserer Kunden sind mittelständische Unternehmen mit einem starken Exportfokus. Entsprechend ist es von großer Bedeutung, nicht nur im Heimatmarkt Deutschland, sondern auch in den Suchmaschinen der Exportmärkte gut auffindbar zu sein – denn häufig müssen sich Firmen genau diesen Herausforderungen stellen. Dieser Blogbeitrag soll Ihnen eine kleine Einführung geben, welche Aspekte Sie bei der internationalen Suchmaschinenoptimierung beachten sollten, um auf den SERPs ganz vorne zu stehen.

Marktanteile der Suchmaschinen weltweit

Im ersten Schritt sollte geprüft werden, welche Suchmaschine in dem entsprechenden Land dominiert. Google besitzt weltweit einen Marktanteil von 69,55 Prozent und hat in fast allen Ländern eine marktführende Stellung. Auch in den Vereinigten Staaten, in denen Bing und Yahoo höhere Marktanteile als in Deutschland aufweisen, nimmt Google immerhin 66,70 Prozent des Suchmaschinen-Marktes ein.

Letztendlich gibt es nur vier Ländermärkte, in denen Google keine marktführende Stellung hat. Dazu zählt unter anderem Russland mit Yandex als Marktführer und China, wo Baidu den Ton angibt. In Südkorea dominiert Naver mit 55,4 Prozent und in Tschechien Seznam mit 62,53 Prozent.

Auf die Suchbegriffe kommt es an!

Die Basis für jede gute internationale Suchmaschinenoptimierung ist die sorgfältige Selektion der richtigen Suchbegriffe. 92 Prozent der Google-Nutzer schauen sich ausschließlich die erste Suchergebnisseite an! Entsprechend rate ich Ihnen, neben der Anfragehäufigkeit auch die Wahrscheinlichkeit zu analysieren, bei welchen Suchbegriffen Sie eine realistische Chance auf eine gute Position haben. Diese ergibt sich aus der Konkurrenz um ein Keyword im Verhältnis zu dem Suchvolumen.

Im Vergleich zur Keyword-Analyse im eigenen Land muss man, wenn man eine internationale Suchmaschinenoptimierung startet, einige andere Aspekte berücksichtigen: In den unterschiedlichen Ländern können anhand kultureller Unterschiede Wichtigkeit und Relevanz von Suchbegriffen stark schwanken. Sogar in Ländern, in denen die gleiche Sprache gesprochen wird, wie z. B. in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien, können sich die Begrifflichkeiten unterscheiden. Es gilt:

  • Individuelle & separate Keyword-Analyse für jedes Land
  • Keywords nicht wörtlich übersetzen – andere Länder, anderes Suchverhalten

TIPP:

Sie wollen wissen, wie Sie mit einem bestimmten Keyword im Ausland platziert sind? Die Google AdWords-Anzeigenvorschau simuliert die Suchergebnisseiten, wie man sie bei Google im angegebenen Land findet. Somit bekommen Sie einen direkten Eindruck, in welchem Land und bei welchem Suchbegriff Sie gut auffindbar sind.

Domainkonzept: Die Wahl der richtigen Top-Level-Domain

Wenn eine neue Länderversion ansteht

Wenn Sie die internationale Suchmaschinenoptimierung starten, denken Sie nicht in Sprachversionen, sondern in Länderversionen! Google generiert Suchmaschinenergebnisse pro Land und nicht pro Sprache.

Ein wesentlicher Punkt, wie Google die Nationalität einer Internetseite erkennt, ist die Nutzung der richtigen Top-Level-Domain. Letztlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten für das Domainkonzept:

Länderspezifische Top-Level-Domains (www.domain.de / www.domain.fr) : Die aus Suchmaschinensicht empfohlene Möglichkeit ist sicherlich die der länderspezifischen Top-Level-Domains, z. B. in Deutschland .de oder in Frankreich .fr, da diese die höchste lokale Relevanz aufweisen. Man sollte dies allerdings etwas differenzierter betrachten: Wenn Sie eine neue Domain anmelden, haben Sie auch immer die Herausforderung, dass die Domain mit einer geringeren Vertrauenswürdigkeit von Google eingeschätzt wird. Somit muss individuell pro Land betrachtet werden, inwieweit man neue Domains einsetzt bzw. bereits bestehende Domains für die jeweilige Länderversion nutzen sollte.

Länderspezifische Subdomains (de.domain.com / fr.domain.com): Subdomains widersprechen der gewohnten Nutzung der Besucher und werden aus diesem Grund nicht so häufig eingesetzt. Es ist notwendig für jedes Land, also für jede Subdomain, eigene Links aufzubauen.

Unterverzeichnisse (www.domain.com/de/ / www.domain.com/fr/): da die Unterverzeichnisse bei diesem Aufbau von der Linkstärke der Hauptdomain profitieren, empfiehlt sich dieses Domainkonzept für Unternehmen, die keine eigenen Linkaufbauressourcen in den jeweiligen Ländern zur Verfügung haben.

Generell lässt sich festhalten, dass das ideale Domainkonzept immer von der individuellen Situation der Webseite und des Unternehmens abhängig ist. So wird die Webseite eines Unternehmens mit hoher Markenbekanntheit meist mehr Links aufweisen, während unbekanntere Firmen lokale Ressourcen zum Linkaufbau benötigen.

Internationale OnPage-Optimierung

Die richtigen Ländersignale an Google senden

Google schaut sich die Internetseite nach sogenannten Länderindikatoren an: Je besser Google die nationale Ausrichtung einer Länderversion bestimmen kann, desto höher steigt die Relevanz. Google verfolgt das Ziel, z. B. für einen US-amerikanischen Nutzer vor allem Internetseiten anzubieten, die über lokale Inhalte verfügen und somit dem US-amerikanischen Markt zugeordnet werden können.

Aus diesem Grund ist die Nutzung der richtigen Muttersprache ein sehr wichtiger Aspekt. Ähnlich wie bei den Keywords lohnt es sich hier, auf länderspezifische Eigenheiten Rücksicht zu nehmen, da die Suchmaschine die Ausrichtung anhand von Sprachstilen, Maßeinheiten oder grammatikalischen Besonderheiten genau erkennen kann.
Es macht somit auf jeden Fall einen Unterschied, ob Sie Ihren Text auf eine US-amerikanische Zielgruppe optimieren oder auf eine britische. Deshalb sollten Sie im Idealfall für jedes Land eigene Texte erstellen. Ein weiterer Punkt ist, dass Google auch in der jeweiligen Länderversion die Kontaktadressen analysiert und bevorzugt Internetseiten im jeweiligen Land anzeigt, die auch wirklich inländische Kontaktadressen anbieten. Deshalb empfehlen wir Ihnen, Ihre lokalen Händleradressen oder Niederlassungen in der jeweiligen Länderversion priorisiert darzustellen, um diesen Indikator optimal einzusetzen.

Auch der Serverstandort der Webseite ist ein lokales Signal für Google, dessen Relevanz hat in den letzten Jahren allerdings stark abgenommen. Um keine Fehler mehr bei der OnPage-Optimierung zu machen, lesen Sie unbedingt unseren Blogbeitrag.

Auf das Linknetzwerk kommt es an

Suchmaschinen analysieren und bewerten auch das Linknetzwerk einer Webseite (ausgenommen Baidu, für die chinesische Suchmaschine sind Links mittlerweile komplett irrelevant). Da die OffPage-Optimierung circa 50 Prozent der Suchmaschinenoptimierung umfasst, lohnt es sich auch hier, auf die Länderspezifika Rücksicht zu nehmen. Schaffen Sie für Ihre jeweilige Länderversion ein Linknetzwerk von vertrauenswürdigen und von themenbezogenen, in dem Land ansässigen Webseiten.

Hier empfehlen wir Ihnen eine gründliche Backlinkanalyse pro Land, damit Sie Ihre Linknetzwerke kennen und systematisch sinnvoll ausbauen können.

Duplicate Content

Für diesen speziellen Punkt wollte ich doch nochmals einige Zeilen reservieren. Denn auch wenn es in der Theorie der empfohlene Weg ist, wird es in der Praxis teilweise unmöglich sein, für jede Unterseite eines Landes individuelle, einzigartige Inhalte zu erstellen. Häufig bleibt nichts anderes übrig, als die Texte doch mehrfach in den jeweiligen Länderversionen zu nutzen. Dann hat man den Fall, dass der gleiche Inhalt, ggfls. mit unterschiedlichen Währungen, unter zwei verschiedenen URLs abrufbar ist.

Das Problem dabei ist: Google bewertet doppelte Inhalte, sogenannten Duplicate Content, in vielen Fällen negativ oder kann die Versionen nicht korrekt zuordnen. Dafür gibt es allerdings technische Lösungen, wie zum Beispiel das hreflang-Attribut oder der Canonical-Tag.

  • Das hreflang-Attribut eignet sich bestens für internationale Webseiten, die z.B. eine englische Sprachversion für die USA und eine für Großbritannien haben
  • Der Canonical-Tag hilft bei internem Duplicate Content, wenn beispielsweise ein Produkt unter zwei URLs abrufbar ist.

Mit diesen Auszeichnungen ermöglichen Sie, dass Google feststellen kann, welche Seite das „Original“ ist und welche ein „Duplikat“. Dadurch können Sie die Problemstellung des Duplicate Content in den Griff bekommen und entsprechend eben auch Ihre Texte mehrfach in Länderversionen sinnvoll einsetzen.

Internationale Suchmaschinenoptimierung – ein Fazit

Gute Auffindbarkeit in wichtigen Exportmärkten ist keine Hexerei. Wenn man die wesentlichen Aspekte berücksichtigt, kann man die Optimierung Schritt für Schritt umsetzen und somit dem wichtigen Ziel der internationalen Auffindbarkeit näher kommen.

Konzentrieren Sie sich auf die richtige Suchbegriffsauswahl, da diese auf jeden Fall die Grundlage dafür ist, dass Sie Ihre Zielgruppen in den Ländern erreichen. Schauen Sie, dass Sie eine Technologie einsetzen, die Ihnen länderspezifische Lösungen und Domainkonzepte möglich macht.

Es geht immer um den menschlichen Nutzer! Gehen Sie auf länderspezifische Besonderheiten, Kulturkreise und Bedürfnisse ein, dass der gewonnene Besucher auch wirklich die für ihn passenden Inhalte findet.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, wenn Sie die internationale Suchmaschinenoptimierung starten!

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